Mischwissen

Wer meinen Post „Liquids süßen, aber wie?“ gelesen hat, der weiß schon, dass ich von allen empfehlenswerten Optionen zum Süßen von Liquids, Stevia bevorzuge.
Ich werde die Gründe hierfür erläutern, eine kleine Mischanleitung geben und auch Empfehlungen für den Kauf geben bzw. Bezugsquellen nennen.

stevia_rebaudianaVorteile von Stevia als Sweetener für Liquids:

  • Das Süßungsmittel Stevia wird tatsächlich (wie Zucker) aus einer Pflanze gewonnen (Stevia Rebaudiana) und ist damit keine reine Chemiekeule. Das finde ich angenehm.
  • Stevia ist hitzebeständig bis 200 Grad Celsius und damit muss man keine Angst um seine Wicklung haben.
  • Die Süßkraft von reinem Steviosid ist 300 bis 350 mal so stark wie bei normalem Haushaltszucker. Das stellt sicher, dass man nur sehr geringe Mengen braucht, um Liquids ordentlich nachzusüßen.
  • Stevia hat in Liquids keinen Eigengeschmack oder Beigeschmack.


Stevia ist nicht gleich Stevia – worauf man achten muss

Stevia ist seit Ende 2011 in der EU zugelassen und seit dem in viele Darreichungsformen auf dem Markt. Es gibt Stevia in Form von Süßstofftabs, als flüssige Süße oder auch als Pulver in verschiedenen Zusammensetzungen. Diese „Zusammensetzungen“ sind aber auch der Knackpunkt was die Verwendung in E-Liquids angeht. Weil Stevia eine so unglaublich starke Süßkraft hat, werden oft Füllstoffe oder Streckmittel beigemischt…bei Flüssigprodukten sind fast immer auch Konservierungsstoffe zu finden. Diese Beimischungen sind nicht immer deklariert. Ein Produkt, das nicht alle Inhaltsstoffe deklariert, würde ich persönlich nicht „dampfen“ wollen.

Flüssiges Stevia mag einem sehr praktisch erscheinen, allerdings findet man gerade bei diesen Produkten oft Konservierungsmittel wie Sorbinsäure, Kaliumsorbat, Natriumbenzoat oder einfach Vitamin C. Ich kann nicht sagen ob die Sachen unbedenklich gedampft werden können… im Zweifelsfall würde ich davon abraten… ich selbst möchte es nicht.

stevia_produkteStevia in Form von sich selbstauflösenden Tabs schließt sich (denke ich) selbst aus, weil klar ist, dass es sich hier nicht um reines Steviosid handeln kann und weil es furchtbar unpraktisch wäre.

Stevia in Pulverform ist aus meiner Sicht die einzige zum Dampfen geeignete Darreichungsform. Dennoch muss man auch hier darauf achten was drin ist. Es gibt zum Beispiel Mischungen, die als Backsüße verkauft werden… darin ist der Steviosidanteil minimal. Auch von gemahlenen Steviablättern sollte man tunlichst die Finger lassen.

Zum Dampfen geeignet ist nur reines Steviosid bzw. Rebaudiosid A oder Stevialglycoside.

Wie „verwurste“ ich Steviapulver in Liquids

Steviapulver ist wunderbar wasserlöslich. Steviapulver in den Wasseranteil der Base zu mischen ist somit die einfachste Möglichkeit sich den Dampfgenuss zu versüßen.
Zur sofortigen Verarbeitung bzw. wenn die Mischung schnell verbraucht wird, ist daran auch nichts auszusetzen. Ich bin nicht sicher, ob sich so eine Wasserlösung wirklich lange hält. Ich habe hygienische Bedenken. Aus diesem Grund bevorzuge ich es das Steviapulver in PG zu lösen. Auch das klappt wunderbar und man muss sich über die Haltbarkeit keine Sorgen machen.
Sowohl in Wasser als auch in PG bin ich nie wirklich an die Grenze dessen gegangen was sich maximal auflösen lässt. Bei einer Süßkraft, die 300x stärker ist als bei Zucker, ist das auch nicht notwendig.

Was die Mengen angeht, die man sich besorgen sollte… da ist es ähnlich wie mit Metholkristallen. Mit 10g kommt man eine ganze Weile aus.

 

Bezugsquellen

Ich habe Steviapulver noch nicht in Dampfshops gesehen, deshalb habe ich mal zwei Anbieter auf Amazon herausgesucht, die reines Steviosid (ohne Streckmittel etc.) anbieten.

 

liquidssuessen
Wer seine Liquids selbst mischt, der kommt relativ schnell an den Punkt wo eine Mischung etwas mehr Süße bedarf und man fängt an nach Lösungen zu suchen. Anfänglich habe ich oft Vanille-Aroma benutzt um die „Härte“ zu reduzieren und/oder den Geschmack runder, weicher und leicht süßer zu machen. Das ist nach wie vor ein probates Mittel… ist aber bei weitem nicht jeder Herausforderung gewachsen. 🙂

Als nächstes habe ich also rumgelesen und bin auf diverse (sogenannte) Sweetener gestossen, wie sie in verschiedenen Shops angeboten werden.

Ethylmaltol

Die meisten basieren auf einem Stoff namens Ethylmaltol. Ethylmaltol kann man nicht nur als flüssigen Sweetener in Shops kaufen, sondern teilweise auch als Pulver bzw. in Kristallform… zum Selbstanrühren. Bei Ethylmaltol handelt es sich um ein Aroma und insofern ist es für uns Dampfer durchaus empfehlenswert als Süßungsmittel. Ein Nachteil kann allerdings der Eigengeschmack sein. Ethylmaltol schmeckt für mich sehr nach Zuckerwatte, andere beschreiben einen karamelligen oder malzigen Geschmack. Daran ist an sich nichts auszusetzen, aber dieser Eigengeschmack passt nicht zu jedem Liquid und auch nicht zu jedem Gaumen.

Sucralose

Ein weiterer Stoff der einem beim Angebot von Sweetener begegnet ist Sucralose. Hierbei handelt es sich nicht um ein Aroma, sondern um einen echten Süßstoff. Sucralose ist eine Organochlorverbindung, eine Stoffklasse die man eher von Giften wie DDT oder Lindan her kennt.
Ich versuche diesen Süßstoff zu meiden wo ich kann. Wer genauere Infos zu Sucralose haben möchte, dem empfehle ich das Video von vanderzarth zu diesem Thema.

Xylitol

Die dritte mögliche Sweetener-Variante ist Xylitol. Xylitol wird auch Xylit oder Birkenzucker genannt und ist ein Zuckeraustauschstoff. Es handelt sich hierbei chemisch gesehen um einen Zuckeralkohol, der grundsätzlich zum Süßen von Liquids geeignet ist und gegen den auch vom gesundheitlichen Aspekt her nichts spricht. Ein großer Vorteil von Xylitol ist, dass es so gut wie keinen Beigeschmack oder Eigengeschmack hat und in etwa die gleiche Süßkraft hat wie Zucker… es erinnert auch geschmacklich am ehesten an Zucker, weshalb ich persönlich es auch am ehesten in Lebensmitteln ertragen kann (Kaffee ist für mich immer die Probe aufs Exempel). In Shops habe ich bisher noch nicht gelesen, dass ein Sweetener für Liquids auf Xylitol basiert. Hat jemand von euch das mal entdeckt?

Stevia

Der vierte und letzte Sweetener ist Stevia. Stevia ist ein Pflanze (auch Honigkraut genannt) die man in jedem gut sortierten Gartencenter bekommt. Natürlich dampfen wir keine ganzen Blätter 😉 , aber das in den Blättern enthaltene Steviosid eignet sich sehr gut zum Süßen von Liquids. Es ist nicht nur hitzestabil, es hat auch eine Süßkraft, die bis zu 300x höher ist als bei herkömmlichen Zucker. Das macht zwar die Dosierung nicht ganz leicht, aber es hat den Vorteil, dass man wirklich nur sehr geringe Mengen braucht. Stevia hat in Lebensmitteln einen (für mich) deutlichen Beigeschmack… ich schmecke Lakritze, andere sprechen von einem leicht bitteren Beigeschmack. Aus diesem Grund mag ich Stevia gar nicht in Lebensmitteln. Im Liquid kann ich hingegen diesen Beigeschmack nicht feststellen und bin sehr zufrieden mit diesem Sweetener. Ich plane zeitnah einen Post, der sich ausschließlich mit Stevia als Sweetener befasst und in dem ich auch Infos zum Anmischen und Bezugsquellen nennen werde.

mischwissen
Viele stellen sich die Frage welche Base ist die, die ich für mich am besten finde. Inawera, German Flavours, My E liquid, Avoria usw.  ….es gibt unzählige Hersteller und irgendwie findet man bei allen irgendwas was für einen falsch ist, und wenn es nur der Preis ist.Ich persönlich nehme 50/50 Base von Dark Burner. Da ich aber das Mischverhältniss nicht mag, bearbeite ich sie zu einer 45/45/10.
Das geht wie folgt:

Man nimmt zum Beispiel 90ml 50/50 Base.
Dazu gebe ich dann 10ml destilliertes Wasser und schon habe ich mein Wunschergebnis von 45/45/10 . Und das ist nur ein Beispiel. Man kann sich aus der 50/50 Base jede beliebige Mischung machen die man für sich selbst am besten hält. Ich persönlich finde es nur wichtig das man hochwertiges destilliertes Wasser nimmt. Meins kaufe ich in der Apotheke.